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Building Gender Indicators

Die IHS-Studie "Building Gender Indicators" versucht die österreichischen Rahmenbedingungen zur Einrichtung einer Datenbasis zur Messung der Beteiligung von Frauen in Wissenschaft und Forschung abzustecken. In einem ersten Schritt wurde dabei der Status quo der dafür geeigneten Datensätze erhoben, mit dem mittelfristigen Ziel, eine international vergleichbare Datenbasis einzurichten.

Den Vorschlägen der Europäischen Kommission entsprechend wurden insbesondere folgende Bereiche untersucht:

  • StudentInnen nach Geschlecht und Studienrichtung (Fakultät)
  • UniversitätsabsolventInnen nach Geschlecht und Studienrichtung (Fakultät)
  • Wissenschaftliches Personal der universitären und außeruniversitären Lehre und Forschung nach Geschlecht und wissenschaftlicher Disziplin
  • öffentliche Forschungsförderungen (unterschieden nach Ansuchen und tatsächlichen Bewilligungen) nach der Art der Förderung und nach dem Geschlecht der geförderten Person
  • Geschlechterverhältnis auf Leitungsebene von öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen

  • Für die ersten drei Bereiche (insbesondere den universitären Sektor) konnte die Studie zei-gen, dass sich die Datenlage in Österreich als weitgehend gut geeignet zur Untersuchung der gewünschten Fragestellungen darstellt. In den beiden verbleibenden Bereichen besteht für Österreich hingegen noch deutlicher Handlungsbedarf. Hier stehen nur für ausgewählte Fragestellungen Datenbasen zur Verfügung, die eine hinreichende Untersuchungsgrundlage bieten.
    In einem zweiten Schritt wurden die wichtigsten der erhobenen Datensätze einer Kurzanaly-se unterzogen. Die Auswertung weist generell darauf hin, dass sich innerhalb der letzten zehn Jahre die Situation der Frauen im Bereich der Wissenschaft und Forschung zwar ten-denziell verbessert hat (verstärkter Zugang zu akademischer Bildung, höhere Beteiligungsra-ten in Wissenschaft und Forschung). Allerdings bestehen nach wie vor starke und persistie-rende Segregationstendenzen (insbesondere in technischen Wissenschaften). Veranschau-licht am Beispiel der Universität Wien konnte gezeigt werden, dass mit steigendem akade-mischen Status der Personen (von Studierenden über AssistentInnen bis zu Universitätspro-fessorInnen) der Frauenanteil (von 66% auf nur 5%) kontinuierlich abnimmt.
    In einem abschließenden Teil der IHS-Studie wurden daher noch einige grundsätzliche Maßnahmenvorschläge zur Erhöhung der Partizipationsraten von Frauen in Wissenschaft und Forschung erarbeitet. Als wichtigste Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Frauen können insbesondere

    • die Anpassung der zumeist auf männliche Bedürfnisse ausgerichteten Studien- und Forschungsbedingungen,
    • die Verbesserung von Kinderbetreuungseinrichtungen,
    • ein gezielter Ausbau von Dissertations- und Habilitationsstipendien für Frauen
    • sowie eine stärkere Orientierung auf Quotensysteme innerhalb aller akademischen Tätigkeitsbereiche (beginnend bei den TutorInnen bis hinauf auf ProfessorInnenebene) genannt werden.



    In einem statistischen Anhang der Studie sind die erhobenen Daten sowohl in tabellarischer als auch in grafischer Form aufbereitet. Ein zweiter, ergänzender Anhang versucht darüber hinaus noch einige weiterführende Fragestellungen bezüglich neu entstehender Datenanfor-derungen sowie möglicher zukünftiger Datenprobleme kurz anzudiskutieren. Ein auf die ös-terreichische Forschungslandschaft bezogener Überblick über einschlägige Forschungsbe-richte ist hier ebenfalls inkludiert.
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Project team

Margit Hartel, Peter Prenner, Georg Fochler

Runtime

10–10.2000 (finished)

Client

Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur