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Willkommen bei equi am IHS
 

Employment – Qualification – Innovation ist ein wissenschaftliches Zentrum innerhalb der Abteilung Soziologie des Institutes für Höhere Studien (IHS) in Wien.


20.02.2018 | Archiv der Forschungsgruppe equi

Diese Website wird nicht mehr gewartet und bleibt bis auf Weiteres als Archiv für Projekte, Publikationen und Vorträge online. Die aus equi hervorgegangenen Forschungsgruppen am Institut für Höhere Studien finden sich:
Higher Education Research (HER)
in_Equality and Education (equi)

 


Aktuelle Publikationen

Wissenschaftliche Politikberatung: Fakten gegen Ideologie?

In den 2000ern hat „Evidence-based Policy“ an (rhetorischer) Bedeutung gewonnen. Für das Bildungswesen stellen sich besondere Herausforderungen, da dieses stark von ideologischen Erwägungen geprägt ist. In der EU-Politik wurde im Gefolge des Lissabon-Prozesses die „offene Koordination“ begonnen, mit einem formellen Monitoring der Festlegung von politischen Zielen und der Beobachtung ihrer Erreichung. Daraus ergeben sich verstärkt Aufgaben der Statistik und der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschung. Parallel hatte die OECD schon länger versucht, Konzepte und Bestandaufnahmen zur Bildungsforschung und deren politischer Nutzung zu formulieren. Das Verständnis von Evidenz ist wissenschaftsintern kontrovers. Zwei Argumente stellen das Konzept von Evidenzbasierung infrage. Erstens scheint die Gegenüberstellung von Fakten und Ideologie vordergründig, aber wissenschaftliche Fakten sind immer vorläufig und theorieabhängig. Zweitens stellt sich die Frage, wie gut Fakten politische Entscheidungen untermauern können. Hier gilt meist das „Hase-und-Igel-Theorem“, wo der Igel Politik immer schon da ist und der Hase Wissenschaft den Evidenzen nachläuft und letztlich zu spät kommt. Die Problematik von Fakten und Ideologie kann nur dadurch aufgelöst werden, dass sich ideologische Kontrahenten – ob in Wissenschaft oder Politik – auf ernsthafte deliberative Diskurse sowohl über die Fakten als auch über die Ideologien einlassen, die in einem umfassenden Verständnis zu den Grundlagen der Demokratie gehören. Durch derartige reflexive Ansätze kann das Grundproblem der Technokratie wie auch des legitimierenden Missbrauchs der Wissenschaft überwunden werden. Am Beispiel der österreichischen Erwachsenen-bildungspolitk wird gezeigt, dass zur Verwirklichung einer neuen, demokratisch und nicht technokratisch orientierten Politikberatung noch ein weiter Weg ist.

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