Publikationen 2009
 



Lorenz Lassnigg, Stefan Vogtenhuber

Governance-Faktoren, Schülerleistungen und Selektivität der Schulen

Buchbeitrag in PISA 2006. Österreichischer Expertenbericht zum Naturwisschafts-Schwerpunkt


Der Beitrag untersucht den Zusammenhang von Governancefaktoren, Schülerleistungen und Selektivität im österreichischen System auf Grund der Daten von PISA 2006. Es werden alle drei Leistungsbereiche verwendet. Die Fragestellung geht davon aus, dass in Österreich die bei PISA verfügbaren Schulmerkmale nicht ursächlich den Leistungen zugeordnet werden können, da die Kompetenzen im Wesentlichen in den vorgängigen Schulen entwickelt wurden, und die messbaren Leistungsunterschiede vorwiegend Selektionseffekte im System widerspiegeln. Es wird untersucht, inwieweit auch Selektionseffekte zusätzlich zwischen den Schulen nachweisbar sind.

Die Auswertungen zeigen erstens die konservative Governance-Struktur im österreichischen Schulwesen, das immer noch dem bürokratischen Typus entspricht. Zweitens wird in den Modellergebnissen gezeigt, dass die Hintergrundmerkmale und die Schulstruktur die wesentlichen verursachenden Faktoren für die Leistungen darstellen. Drittens zeigen die Modellergebnisse zur Erklärung der Selektivität, dass schulische Governance-Ansätze eher zur Kompensation und Verminderung der Selektivität eingesetzt werden als zur Optimierung der Auswahl der Schülerressourcen.
Die Auswirkungen dieser Strukturen auf Qualität und Leistungen wären noch weiter auszuloten. Insgesamt scheint hier eine Art „Double Bind“ vorzuliegen, indem in einem stark und ungerecht selektiven System, die Aktoren gleichzeitig an der Abschwächung der Selektivität auf Schulebene arbeiten.


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Zitiervorschlag:
Lassnigg, Lorenz; Vogtenhuber, Stefan (2009), Governance-Faktoren, Schülerleistungen und Selektivität der Schulen, in: Schreiner, Claudia; Schwantner, Ursula (Hrsg.), PISA 2006. Österreichischer Expertenbericht zum Naturwisschafts-Schwerpunkt, Leykam, Graz, S. 376-386.
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