Mittels mündlicher, standardisierter Befragung (August-Oktober 1995, durchgeführt durch IFES) wurden in 1.085 Lehrbetrieben Informationen über die Kosten und Erträge der Lehrlingsausbildung, wie auch über die Infrastruktur, die Tätigkeitskomponenten der Lehrlinge, die Einstellungen zur Ausbildung etc. erhoben. Die Methode ist mit früheren Studien in Österreich (TU-Wien/IBW) und Deutschland (BIBB) direkt vergleichbar, mit Ergebnissen aus der Schweiz teilweise (Hanhart/Schulz). Es wurden verschiedene Konzepte für Kosten (Vollkosten, Grenzkosten, entscheidungsrelevante Kosten) und Erträge (Substitutionserträge, Grenzerträge, Äquivalenzerträge) erfasst, und zwischen Brutto- und Nettokosten unterschieden.
Die Ergebnisse zeigen eher geringe Aufwendungen für Infrastruktur (60% ohne Infrastruktur) und einen hohen Anteil an produktiven Tätigkeiten der Lehrlinge (50% der Gesamtzeit). Im Durchschnitt aller Betriebe ergeben sich je nach Berechnungskonzept Nettokosten für die Lehrlingsausbildung zwischen ATS 22.000 und 68.000 pro Lehrling und Jahr. Da die Nettokosten jedoch eine sehr hohe Streuung aufweisen, gibt es auch einen beträchtlichen Anteil an Betrieben (35% bis 40% aller Lehrbetriebe nach allen drei Konzepten) mit Nettoerträgen aus der Lehrlingsausbildung. Im Vergleich zu einer österreichischen Studie für 1991 ergeben sich niedrigere Kosten, im Vergleich zu Deutschland ergeben sich niedrigere Bruttokosten und höhere Erträge in Österreich.
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Lorenz Lassnigg, Peter M. Steiner
01–10.1996 (abgeschlossen)
Kammer für Arbeiter und Angestellte
IFES (Durchführung der Befragung)
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